Unternehmerin oder Influencerin? Ich hab entschieden, dass diese Frage auch meinen Mann was angeht.
Mein Mann hat mich gefragt, ob ich Unternehmerin bin. Oder Influencerin. Oder Social-Media-Managerin. Ich wusste die Antwort nicht sofort.
Wir hatten letzte Woche eine dieser Diskussionen. Mein Mann fragte mich direkt: "Bist du eigentlich noch Unternehmerin? Oder bist du gerade eher Social-Media-Managerin? Oder Influencerin?" Bottom Line, ich hänge, laut ihm, „ständig am Handy". Er sieht mich morgens Content planen, nachmittags Reels schneiden, abends Kommentare beantworten, und fragt sich zu Recht, wann und wie ich eigentlich noch das Studio führe, das ich ursprünglich aufbauen wollte.
Ich hab ihm zugehört. Und dann hab ich ihm die Frage zurückgegeben, die ich seitdem nicht loswerde: Geht das eine heute überhaupt noch ohne das andere?
Später am Abend wurde er dann klarer, und das war eigentlich der Moment, der mich am meisten beschäftigt hat: "Ich will, dass du Unternehmerin bist. Nicht Social-Media-Managerin. Nicht Influencerin." Keine Frage mehr, sondern ein klar geäußerter Wunsch. Er hat das nicht gesagt, um mir reinzureden, sondern weil er mich in der Rolle sehen will, für die ich eigentlich meine Corporate Karriere an den Nagel gehängt habe – als jemand, die ein Studio führt, Menschen trainiert, ein Geschäft aufbaut. Nicht als jemand, deren Tag sich vor allem um Reichweite, Algorithmen und Content-Kalender dreht.
Ich hab diese Geschichte dann, halb aus Verarbeitung, halb aus Content-Not, mit euch geteilt. Und die Reaktionen waren – sagen wir mal – aufschlussreich. Also hab ich mich entschieden, das Ganze nochmal von vorne aufzurollen, ausführlicher, ehrlicher, und mit allem, was seitdem dazugekommen ist. Wenn ihr Zeit habt, setzt euch hin. Das hier wird länger als sonst.
Die Reaktionen, die mich am meisten beschäftigt haben
Ich hatte erwartet, dass Leute über das Unternehmerin-vs-Influencerin-Ding diskutieren. Das haben sie auch. Aber die Kommentare, die mich tatsächlich getroffen haben, waren andere. Sinngemäß: "Was geht das deinen Mann überhaupt an?" Oder direkter: "Warum mischt er sich in deine berufliche Identität ein?" Eine Person schrieb sogar, dass sie "enttäuscht" sei, eine Frau wie mich – die öffentlich über Selbstbestimmung und Körperautonomie spricht – so eine Frage überhaupt zulassen zu sehen, ohne sie sofort zurückzuweisen.
Ich versteh, woher das kommt. Ich versteh's sogar sehr gut. Wenn du als Frau seit Jahrzehnten hörst, dass deine beruflichen Entscheidungen "erlaubt" werden müssen, dass ein Ehemann das letzte Wort über Karriereentscheidungen seiner Frau hat, dann ist jede Situation, in der ein Mann eine Frage zur Arbeit seiner Partnerin stellt, ein Alarmsignal. Das ist eine berechtigte, historisch gewachsene Wachsamkeit. Ich will sie niemandem kleinreden.
Aber ich glaub trotzdem, dass hier etwas durcheinandergerät, das ich gerne auseinandersortieren möchte. Denn die Frage war nicht: "Darfst du das?" Die Frage war: "Was machst du da eigentlich gerade, und was bedeutet das für uns?" Das ist ein fundamentaler Unterschied, den ich in den Kommentaren komplett vermisst hab.
Warum eine Ehe für mich kein Ort für falsche Unabhängigkeit ist
Ich bezeichne mich selbst als Feministin. Ich glaub an gleiche Rechte, gleiche Chancen, gleiche Stimme. Und trotzdem stellt sich für mich die Frage, ob mein Mann ein Mitspracherecht bei meiner Selbstständigkeit hat, in unserer Beziehung schlicht nicht. Nicht, weil ich mich ihm unterordne. Sondern weil Selbstständigkeit, wie ich sie lebe, kein privates Hobby ist, das nur mich betrifft. Es ist ein beruflicher, finanzieller und relationaler Einschnitt, der uns beide betrifft – tagtäglich.
Lasst mich konkret werden, weil abstrakte Feminismus-Debatten schnell in Grundsatzdiskussionen abgleiten, die an meinem eigentlichen Alltag vorbeigehen.
Unser Haushaltseinkommen ist eingebrochen. Ich habe zuvor sechsstellig verdient (brutto wohlgemerkt), Urlaubsgeld, bezahlter Urlaub, bezahlter Krankenstand, Dienstreisen mit anschließender Extension für 1-2 Tage Urlaub im Land, Meilen sammeln und alles, was noch zu meinem Alltag dazugehört hat – FUTSCH! Nicht ein bisschen. Massiv. Ich habe Rücklagen angreifen müssen, die eigentlich für andere Dinge gedacht waren. Ich habe meinem Mann am Freitag unter Tränen gesagt, dass ich nicht weiß, wie ich die Miete nächsten Monat bezahlen soll, weil mir alles über den Kopf wächst. Also hat er mir schlichtweg Geld überwiesen, damit ich nächsten Monat die Miete bezahlen kann. Ihr seht, wohin das für mich führt? Meine Entscheidung, mein Risiko, direkte finanzielle Konsequenzen für uns beide.
Dabei war der Weg dorthin nicht unbedingt partnerschaftlich. Job an den Nagel gehängt, im Juni Urlaub und gönnen weil können, Sommerfrische in Österreich bis Ende August, in der Zwischenzeit noch alles easy peasy. Mitte September und die Kosten sind so dermaßen in die Decke gegangen, dass ich mich heute frage, war das die richtige Entscheidung?
Wenn ich also sage, dass die Frage, ob ich Unternehmerin oder Influencerin bin, mich betrifft und ihn auch, dann meine ich das genau so pragmatisch. Meine Zeitaufteilung – wie viel Stunden ich fürs Training, wie viel für Content, wie viel für Buchhaltung aufwende – hat direkten Einfluss darauf, wie schnell das Studio profitabel wird, und damit darauf, wie lange wir beide finanziell in diesem angespannten Modus leben. Das ist nicht nur meine Baustelle. Das ist unsere gemeinsame Realität gerade.
Ich find's fast ein bisschen ironisch, dass ausgerechnet Menschen, die sich selbst als besonders feministisch verstehen, mir hier unterstellen, ich würde mich unterordnen, wenn ich das offen zugebe. Für mich ist genau das Gegenteil der Fall. Eine Beziehung, in der beide Partner ehrlich miteinander besprechen, wie berufliche Entscheidungen die gemeinsame Lebensrealität verändern, ist für mich gelebte Gleichberechtigung. Die Alternative wäre, so zu tun, als würde meine berufliche Entscheidung in einem Vakuum stattfinden, das meinen Mann nichts angeht, obwohl sie unseren gemeinsamen Alltag und unsere gemeinsame Zukunft direkt betrifft. Das wäre keine Unabhängigkeit. Das wäre nur eine Show von Unabhängigkeit, auf Kosten von Ehrlichkeit in der Partnerschaft.
Der Unterschied zwischen "er entscheidet" und "wir besprechen"
Ich will hier ganz klar trennen, weil das in den Kommentaren komplett vermischt wurde. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen "mein Mann entscheidet, ob ich arbeiten darf" und "mein Mann und ich besprechen gemeinsam, wie sich meine Arbeit auf unser gemeinsames Leben auswirkt." Das erste ist die Realität, gegen die Frauengenerationen vor mir gekämpft haben, und zu Recht. Das zweite ist für mich schlicht das, was eine erwachsene Partnerschaft ausmacht, unabhängig vom Geschlecht.
Würde mein Mann mich fragen: "Warum verdienst du gerade so wenig, obwohl du so viel arbeitest?", dann wäre das eine legitime Frage in einer Partnerschaft, in der wir Finanzen gemeinsam tragen. Es wäre keine legitime Frage, wenn sie bedeuten würde: "Also hör auf, das zu tun, was du liebst." Das hat er nie gesagt, und das würde er nie sagen. Seine Frage war nicht "Hör auf", sondern "Was machst du da gerade eigentlich, und passt das noch zu dem, was wir uns vorgestellt haben?" Das ist ein Unterschied, der in aufgeregten Kommentaren leider oft verschwimmt.
Ich will auch ehrlich sein: Wenn die Rollen umgekehrt wären, wenn ich meinem Mann eine ähnliche Frage stellen würde, weil seine berufliche Entwicklung unser gemeinsames Leben verändert, würde ich erwarten, dass er sie genauso offen aufnimmt, wie ich es versucht hab. Das ist für mich Gleichberechtigung: dass beide Seiten das Recht UND die Verantwortung haben, ehrliche Fragen zu stellen, wenn sich das gemeinsame Leben durch eine individuelle Entscheidung verändert.
Zur Sache selbst: Social Media als Teil des Unternehmerinnen-Jobs, nicht als Gegensatz dazu
Jetzt aber zurück zur eigentlichen Frage, die hinter der ganzen Diskussion steht: Bin ich Unternehmerin oder Influencerin, und muss ich mich da überhaupt entscheiden?
Ich hab in der Zwischenzeit mit vielen selbstständigen Frauen aus meinem Netzwerk gesprochen – Physiotherapeutinnen, Anwältinnen, Café-Besitzerinnen, Coaches. Wisst ihr, was mir aufgefallen ist? Ich kenne mittlerweile buchstäblich niemanden, der selbstständig ist und NICHT auf irgendeine Art Social Media macht. Nicht eine einzige Person. Das ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, wie sehr wir Social Media in der öffentlichen Debatte oft als etwas Zusätzliches, fast Verdächtiges behandeln – als würde "echte" unternehmerische Arbeit anderswo stattfinden, und Social Media wäre nur schmückendes Beiwerk oder, schlimmer, Effekthascherei.
Ich glaub, das ist ein veraltetes Bild. Früher war Sichtbarkeit für ein kleines Unternehmen tatsächlich getrennt von der eigentlichen Arbeit: ein Flyer, eine Zeitungsanzeige, ein Ladenschild. Die Person dahinter blieb meist unsichtbar, nur das Produkt oder die Dienstleistung stand im Vordergrund. Heute ist das anders, und ich glaub, das ist nicht nur eine Marketing-Verschiebung, sondern eine tiefere gesellschaftliche Veränderung darin, wie Menschen Vertrauen aufbauen.
Wenn ich überlege, warum ich selbst ein Geschäft, ein Produkt, eine Dienstleistung wähle, dann ist es heute selten nur der reine Fakt (Preis, Lage, Angebot). Es ist die Frage: Vertrau ich der Person dahinter? Und dieses Vertrauen entsteht heute zu einem großen Teil dadurch, dass ich diese Person online sehe – wie sie spricht, wie sie denkt, wie sie mit Fehlern umgeht, ob sie authentisch wirkt oder wie eine austauschbare Marke.
Social Media ist für mich deshalb kein Gegensatz zum Unternehmerinnen-Sein, sondern eine direkte Erweiterung davon. Wenn ich auf diesem Blog schreibe, oder auf Instagram etwas von mir zeige, dann mach ich nicht "Content statt Arbeit". Ich mach Vertrauensarbeit, die früher vielleicht über Jahre persönlicher Kundenbeziehungen entstanden ist, jetzt aber in komprimierter, öffentlicher Form passiert. Das ist, ehrlich gesagt, eine der spannendsten Entwicklungen, die ich an meinem eigenen Werdegang beobachte: Ich muss nicht mehr Monate warten, bis eine Kundin mich durch persönliche Empfehlung kennenlernt. Ich kann heute, durch einen einzigen ehrlichen Beitrag, jemandem das Gefühl geben, mich schon ein bisschen zu kennen, bevor sie das erste Mal mein Studio betritt.
Das ist für mich eine herrliche Möglichkeit, Menschen für das zu begeistern, was ich tue – nicht, indem ich sie mit Werbebotschaften bombardiere, sondern indem ich mich als Mensch zeige, nicht nur als Dienstleistung, Produkt oder Marke. Diese Nähe war über traditionelles Marketing fast nie in dieser Geschwindigkeit und Direktheit möglich. Früher hätte ich Jahre gebraucht, um eine ähnliche Verbindung zu potenziellen Kundinnen aufzubauen, wie ich sie jetzt über einzelne ehrliche Blogposts oder Instagram-Storys erreiche.
Wo die Grenze trotzdem real ist
Das heißt aber nicht, dass die ursprüngliche Sorge meines Mannes aus der Luft gegriffen war. Es gibt einen echten, spürbaren Unterschied zwischen "Social Media als Werkzeug für mein Unternehmen nutzen" und "mein Leben nach den Anforderungen von Social Media ausrichten". Und genau an dieser Grenze wackle ich manchmal, wenn ich ehrlich bin.
Es gibt Tage, an denen ich mehr Zeit damit verbringe, ein Reel für die perfekte Instagram-Ästhetik zu planen, als tatsächlich mit einer Kundin an ihrer Körperhaltung zu arbeiten. Es gibt Wochen, in denen ich abends erschöpfter vom Community-Management bin als vom eigentlichen Unterrichten. Das ist der Punkt, an dem mein Mann recht hat, mich das zu fragen. Nicht weil Social Media grundsätzlich falsch wäre, sondern weil jedes Werkzeug, das zu viel Raum einnimmt, aufhört, ein Werkzeug zu sein, und anfängt, der eigentliche Job zu werden.
Ich glaub, das ist die eigentliche Frage, die hinter seiner ursprünglichen Frage steckt, auch wenn wir sie beide zuerst nicht so klar formuliert haben: Nicht "Bist du Unternehmerin oder Influencerin", sondern "Steuerst du Social Media noch, oder steuert es dich?" Das ist eine Frage, die ich mir ehrlich gesagt selbst regelmäßig stellen muss, weil die Grenze so leicht verschwimmt, wenn ein Beitrag gut läuft und man sofort den nächsten plant, um den Schwung mitzunehmen.
Zurück zum Feminismus-Punkt, weil er mir wichtig ist
Ich will nochmal auf die ursprüngliche Kritik zurückkommen, weil sie mich wirklich beschäftigt hat, und weil ich glaube, dass es hier eine interessante Verwechslung zwischen zwei verschiedenen feministischen Idealen gibt.
Es gibt eine Version von Feminismus, die stark auf individueller Unabhängigkeit beruht: Eine Frau soll niemandem Rechenschaft schuldig sein, ihre Entscheidungen komplett autonom treffen können, ohne dass ein Mann, ein Partner, irgendjemand ein Wörtchen mitzureden hat. Ich versteh die historische Notwendigkeit dieses Ideals zutiefst. Es war eine Reaktion auf Jahrhunderte, in denen Frauen genau diese Autonomie verwehrt wurde.
Es gibt aber auch eine andere Version von Gleichberechtigung, die ich für mich persönlich als näher empfinde und auch den Kern von Feminismus greift: Gleichberechtigung als gegenseitige Verantwortung und gegenseitiges Mitspracherecht, unabhängig vom Geschlecht. In dieser Version ist es nicht unfeministisch, wenn ich meinen Mann in Entscheidungen einbeziehe, die uns beide betreffen. Es wäre unfeministisch, wenn NUR ich das dürfte, er aber nicht dasselbe Recht bei seinen Entscheidungen hätte, die uns beide betreffen. Gleichberechtigung heißt für mich nicht "wir beide sind unabhängig voneinander", sondern "wir haben beide dasselbe Mitspracherecht in dem, was uns gemeinsam betrifft."
Wenn ich also sage, dass es mich nicht stört, mit meinem Mann über meine berufliche Ausrichtung zu sprechen, dann ist das für mich kein Rückschritt hinter feministische Ideale. Es ist eine bewusste Entscheidung für eine Partnerschaft, in der beide Seiten gehört werden, statt eine Fassade von Unabhängigkeit aufrechtzuerhalten, die in Wahrheit nur bedeuten würde, dass ich Konsequenzen für uns beide treffe, ohne ihn überhaupt zu informieren.
Was das für meinen Alltag tatsächlich bedeutet
Ich bin ganz offen, ich versuche es fair zu lösen, es fällt mir total schwer, weil sich gleichzeitig ein Autonomiegedanke festgesetzt hat und ich mein "Baby" auch nicht aus der Hand geben will. Es gibt zwar ein "Einchecken" miteinander, Spreadsheets und Zeitmanagement, aber es ist nun mal einfacher zu glauben und die Theorie aufzustellen, als dies dann auch im Alltag in die Tat umzusetzen. Dabei ist mein Mann ganz klar partnerschaftlicher als ich. Konkret bedeutet das, dass ich bei Sorgen zwar mit ihm darüber spreche, seine Meinung dazu nur ganz schwer aushalte oder zulassen kann. Woher das kommt, erarbeiten wir gerade noch – also mein Therapeut und ich ;).
Dennoch bin ich unglaublich dankbar, jemanden an meiner Seite zu haben, der sich nicht nur mit Selbstständigkeit und meinem Zahlengewirr unglaublich gut auskennt, sondern mich in gewisser Weise auch challenged, besser zu werden, was ich in Zukunft nicht mehr nur Hobby, sondern meinen Beruf nennen möchte. Und auch wenn ich nicht jeden Ratschlag ohne Ellenbogen und Austreten annehmen kann, so regt es mich zum Denken an und macht mich schließlich zu einer besseren Geschäftsfrau. Ich habe auch absichtlich das Wort "besser" gewählt, weil ich eine starke Tendenz habe, in meiner eigenen kleinen rosa Bubble zu leben, in der es nur mehr um Ästhetik geht als um Zahlen, Daten und Fakten – und man sich schließlich mit Ästhetik nur kurzfristig in meinem Berufsfeld über Wasser halten kann!
Und die ursprüngliche Frage bleibt trotzdem offen
Bei aller Klarheit, die ich jetzt zum Beziehungsaspekt gewonnen hab, bleibt die eigentliche berufliche Frage für mich immer noch unaufgelöst: Bin ich nun Unternehmerin, die Social Media nutzt, oder ist ein Teil von mir tatsächlich zur Content-Creatorin geworden? Ich glaub ehrlich gesagt, dass die Trennung selbst zunehmend künstlich ist. Für ein kleines, lokales Business wie meins ist Sichtbarkeit online heute kein Zusatz mehr, sondern ein Kernbestandteil des Geschäfts – genauso wie Buchhaltung, Kursplanung oder das eigentliche Training.
Was bleibt, ist die Frage nach der Balance, nicht nach der Existenzberechtigung. Nicht "Soll ich Social Media machen", sondern "Wie viel Raum darf es einnehmen, bevor es anfängt, die Substanz zu ersetzen, die es eigentlich bewerben soll?"
Eine fertige Antwort hab ich immer noch nicht. Was ich aber jetzt klarer sehe: Der Wunsch meines Mannes, der hinter seiner ursprünglichen Frage stand, war nie ein Angriff auf meine berufliche Autonomie. Er war eine ehrliche Position in einer Partnerschaft, die von unserem gemeinsamen Leben, unseren gemeinsamen Finanzen, unserer gemeinsamen Zukunft betroffen ist. Und dass ich diesen Wunsch ernst nehme, statt ihn reflexartig als unfeministisch abzutun, ist für mich selbst ein Ausdruck von Stärke, nicht von Unterordnung – auch wenn ich ihm ehrlich gesagt gerade nicht versprechen kann, dass ich ihn erfüllen kann, ohne für mein Studio unsichtbar zu werden.
Wie steht ihr dazu – seht ihr das genauso, oder würdet ihr die Rollenverteilung in einer Partnerschaft bei genau solchen Fragen anders ziehen? Ich bin ehrlich neugierig, weil das Thema offensichtlich viele von euch bewegt, mich eingeschlossen.
Happy Sunday :)!
Sedef